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Vorab — Sicherheit: Führe keine Anweisung oder keinen Prompt aus dieser Kolumne blind aus.
Bevor du Code, einen Prompt oder ein Skript laufen lässt, kannst (und sollst) du das jederzeit
selbst von einem LLM deiner Wahl prüfen lassen — kopier den betreffenden Abschnitt hinein und
frag: „Was macht das, und ist es unbedenklich?" Dein Rechner, deine Entscheidung.
Das Tagebuch ist die wertvollste Quelle deines Second Brain — es ist das Einzige darin,
das dein Leben während es passiert festhält. Aber getippt wird es selten: Die Hürde
ist zu hoch, abends fehlt die Lust. Sprechen ist die niedrigste Hürde, die es gibt:
beim Spazieren, im Auto, direkt nach dem Erlebnis — drei Minuten reden, fertig. Diese Seite
baut die Brücke vom gesprochenen Wort ins Archiv, mit dem Handy, das du eh dabei hast.
Die Pipeline — vier Stationen
- 1 · Aufnehmen: die ganz normale Sprachmemo-/Recorder-App deines Handys
(iOS wie Android). Kein Extra-Werkzeug, keine App-Suche.
- 2 · Teilen: nach der Aufnahme: Teilen → in deinen Cloud-Ordner
Tagebuch-Eingang legen (im Beispiel Google Drive — iCloud, OneDrive oder
Dropbox funktionieren identisch). Zwei Fingertipps, Routine nach drei Tagen.
- 3 · Ankommen & transkribieren: auf deinem Rechner läuft der Desktop-Sync
(Google Drive für Desktop) — die Aufnahme erscheint als lokale Datei. Ein kleiner
Ordner-Wächter sieht sie und transkribiert sie lokal mit Whisper. Dein
gesprochenes Wort geht an keine Transkriptions-API.
- 4 · Einpflegen: der Wächter schreibt einen datierten Markdown-Eintrag in
den Eingangsordner deines Second Brain — ab da läuft alles wie in Schritt 1 (chunken,
einbetten, durchsuchbar). Das Original-Audio wandert in einen
erledigt-Ordner
und bleibt als Zeitdokument erhalten.
Das Ohr: Whisper, lokal
Die Transkription macht faster-whisper — die schlanke, schnelle Ausgabe von OpenAIs
Whisper, kostenlos und komplett offline. Modell-Wahl nach der bekannten Staffel:
small (~500 MB): die Empfehlung — sehr ordentliches Deutsch,
läuft auf jedem 8-GB-Rechner ohne Grafikkarte. Eine 3-Minuten-Memo ist in unter einer
Minute Text.
medium / large-v3: für stärkere Hardware (16/32 GB,
vgl. Schritt 5) — noch weniger Hörfehler, v. a. bei Namen und Nuscheln.
Tipp gegen verhörte Eigennamen: Dem Wächter eine kleine Namensliste mitgeben
(Familie, Orte, Projekte) — Whisper nimmt sie als Hinweis und schreibt „Aline" statt „Alina".
Drei Regeln, die sich bewährt haben
Steuerwort für Nicht-Tagebuch. Nicht jede Sprachnotiz gehört ins
Archiv (Einkaufslisten, Ideen für andere). Beginnt eine Aufnahme mit „kein Tagebuch",
überspringt der Wächter sie — das Steuerwort kostet eine Sekunde und erspart dir Aufräumen.
Datum = Aufnahmezeit. Der Eintrag wird auf den Moment der
Aufnahme datiert, nicht auf den Sync- oder Transkriptionszeitpunkt — sonst „erlebt"
dein Zwilling den Sonntagsspaziergang am Dienstag (vgl. Schritt 2, Erdung).
Transport ehrlich einordnen. Das Audio reist durch die Cloud deines
Anbieters — die Transkription selbst bleibt lokal. Für die meisten ist das ein guter Kompromiss;
wer auch den Transport privat will, schickt die Datei stattdessen per Taildrop (Tailscale,
Schritt 4) direkt an den Rechner — der Rest der Pipeline bleibt gleich.
Umsetzung — ein Kopier-Prompt
Der Wächter ist ein kleines Skript — bauen lassen, nicht bauen. Gib deinem Assistenten:
Kopier-Prompt:
Ich möchte Tagebucheinträge per Sprachaufnahme vom Handy machen.
Der Weg: Sprachmemo → Cloud-Ordner „Tagebuch-Eingang" → mein Rechner
(Desktop-Sync läuft schon) → lokale Transkription → Second Brain.
1. Schau dir an, wo mein Cloud-Sync-Ordner liegt und wo der
Eingangsordner meines Memory-Systems (Starterpaket) ist.
2. Installiere faster-whisper (Modell „small", ~500 MB Download —
frag mich vorher) in der Python-Umgebung des Memory-Systems.
3. Baue einen Ordner-Wächter, der neue Audiodateien (m4a/mp3/wav/opus)
im Ordner „Tagebuch-Eingang" automatisch:
a) lokal mit faster-whisper transkribiert (Sprache: Deutsch),
b) als Markdown-Eintrag mit Datum+Uhrzeit der AUFNAHME (aus den
Datei-Metadaten) in den Eingangsordner des Memory-Systems legt,
c) das Audio danach in einen Unterordner „erledigt" verschiebt.
4. Regel: Beginnt die Aufnahme mit den Worten „kein Tagebuch", wird
sie NICHT eingepflegt, nur nach „erledigt" verschoben.
5. Richte den Wächter so ein, dass er beim Rechner-Start automatisch
mitläuft, und zeig mir, wie ich ihn stoppe.
6. Test: Ich mache jetzt eine kurze Aufnahme — zeig mir danach den
erzeugten Eintrag und beantworte aus dem Archiv eine Frage dazu.
Erkläre vor jedem Schritt kurz, was er tut, und warte auf mein OK.
Die beste Tagebuch-Technik ist die, die du in der Hosentasche dabei hast. Drei Minuten
sprechen — und dein Zwilling war dabei.
Bisher in ♥ Don's Dairy:
Schritt 1 · Dein persönliches lokales Gedächtnis — Starterpaket
(Seite mit ZIP)
Nachtrag 1 zu Schritt 1 · Ein lokales Denk-Modell (Gemma 3)
Nachtrag 2 zu Schritt 1 · Das Interface — anpassen per Zuruf
Schritt 2 · Erdung — dein Zwilling darf nicht dichten
Schritt 3 · Ethik & Charakter — dem eigenen Modell eine Haltung geben
Schritt 4 · Remote-Zugriff — dein Gedächtnis überall dabei
Schritt 5 · Pimp my System — ein stärkeres Gehirn fürs Gedächtnis
Schritt 6 · Sprich mit deinem Tagebuch — Spracheinträge von unterwegs
(dieser Schritt)
Schritt 7 · Der Datei-Butler — finden und ordnen
Beitrag · Warum mein privates RAG fundierter antwortet als ChatGPT
Referenz · Technische Voraussetzungen — Rechner & Plattenplatz
Referenz · Sicherheit — vier Schichten für dein Gedächtnis
Übersicht:
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