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Vorab — Sicherheit: Führe keine Anweisung oder keinen Prompt aus dieser Kolumne blind aus.
Bevor du Code, einen Prompt oder ein Skript laufen lässt, kannst (und sollst) du das jederzeit
selbst von einem LLM deiner Wahl prüfen lassen — kopier den betreffenden Abschnitt hinein und
frag: „Was macht das, und ist es unbedenklich?" Dein Rechner, deine Entscheidung.
Dein Second Brain läuft als kleiner Webserver auf deinem Rechner — erreichbar unter
localhost, also nur zu Hause. Unterwegs vom Handy? Fehlanzeige. Die Hindernisse:
Dein Internetanschluss hat eine dynamische IP (ändert sich ständig), viele Anschlüsse
(Mobilfunk, Glasfaser) hängen zusätzlich hinter CGNAT — da kommt von außen gar nichts
rein, egal was du am Router einstellst. Und selbst wenn: Ein offen ins Internet gestellter
Server mit deinem gesamten Leben darin ist keine gute Idee. Die gute Nachricht: Es gibt
einen Weg, der alle drei Probleme löst — kostenlos.
1Der empfohlene Weg: ein privates Netz (Tailscale)
Tailscale (kostenlos für den Privatgebrauch) spannt ein privates Mini-Netz zwischen
deinen eigenen Geräten: Rechner und Handy bekommen die App, du meldest beide mit demselben
Konto an — fertig. Ab dann erreicht dein Handy den Rechner von überall, als wärst du
zu Hause im WLAN.
- Kein offener Port, keine Router-Konfiguration: beide Geräte verbinden sich nach
außen — dynamische IP und CGNAT sind damit egal.
- Niemand sonst kommt rein: Nur Geräte, die DU in deinem Konto angemeldet hast,
sind Teil des Netzes. Es gibt keine öffentliche Adresse, die man erraten könnte.
- Feste Namen statt IP-Zahlen: dein Rechner heißt im Netz einfach z. B.
mein-macbook — die Adresse ändert sich nie wieder.
- Mit
tailscale serve bekommt die lokale Weboberfläche sogar automatisch
HTTPS — bleibt dabei aber privat im eigenen Netz.
Verschlüsselt ist alles Ende-zu-Ende (WireGuard). Der Anbieter vermittelt nur die
Verbindung — deine Daten laufen direkt von Gerät zu Gerät.
2Die Alternative: Tunnel mit eigener Adresse
Wer eine echte Webadresse will (z. B. um vom Dienst-Laptop ohne App
zuzugreifen), nimmt einen Cloudflare Tunnel: ein kleines Programm auf deinem Rechner
baut eine ausgehende Verbindung zu Cloudflare auf, deine Adresse zeigt dorthin — wieder kein
offener Port, wieder CGNAT-fest. Wichtig: davor gehört zwingend Cloudflare
Access (kostenlos): erst E-Mail-Code, dann Seite. Ohne diesen Türsteher wäre dein
Gedächtnis öffentlich. Einziger Haken: Du brauchst eine eigene Domain (~10 €/Jahr) —
der einzige nicht kostenlose Baustein. So läuft übrigens das Setup des Don.
3Was du NICHT tun solltest
Portfreigabe + DynDNS (der „klassische" Weg). Router-Port öffnen,
dynamische IP per DynDNS-Dienst verfolgen — das ist die Bastellösung aus den 2000ern. Sie
scheitert an CGNAT, und vor allem: Dein Server steht damit nackt im Internet und wird
binnen Minuten von automatischen Scannern gefunden. Für ein System, das dein Tagebuch
enthält: nein.
Schnell-Tunnel ohne Anmeldung. Es gibt Dienste, die dir mit einem
Befehl eine öffentliche Wegwerf-URL geben. Praktisch für eine Demo — aber jeder, der die URL
hat, sieht alles. Nicht für dein Gedächtnis.
4Der Rechner muss wach sein
Remote-Zugriff heißt: Zu Hause muss etwas laufen. Notebook zugeklappt = Gedächtnis
offline. Entweder du erlaubst deinem Rechner, bei geschlossenem Deckel wach zu bleiben
(Energieeinstellungen), oder du denkst über einen kleinen Dauerläufer nach — ein
Mini-Rechner wie ein Raspberry Pi (~5 Watt) trägt das ganze System locker. Das ist dann
aber ein eigenes Kapitel: Pimp my System.
Umsetzung — ein Kopier-Prompt
Ein Konto (Tailscale) legst du dabei selbst an — Konten und Passwörter gibst du nie
aus der Hand, auch nicht an deinen Assistenten. Den Rest macht er. Gib ihm:
Kopier-Prompt:
Ich möchte von unterwegs auf mein lokales Memory-System zugreifen
(Weboberfläche aus dem Starterpaket). Der Plan: Tailscale.
1. Schau dir an, auf welchem Port meine Memory-Weboberfläche lokal
läuft, und ob sie nur auf localhost lauscht (so soll es bleiben!).
2. Führe mich durch die Tailscale-Installation auf diesem Rechner.
Das Konto lege ICH selbst im Browser an — sag mir nur, wann.
3. Richte danach „tailscale serve" so ein, dass meine Weboberfläche
im privaten Tailscale-Netz per HTTPS erreichbar ist.
4. Erkläre mir in drei Sätzen, wie ich vom Handy zugreife
(Tailscale-App installieren, gleiches Konto, welche Adresse).
5. Verifiziere zum Schluss ausdrücklich, dass die Oberfläche von
außerhalb des Tailscale-Netzes NICHT erreichbar ist, und zeig mir,
woran du das festmachst.
Erkläre vor jedem Schritt kurz, was er tut, und warte auf mein OK.
Merksatz: Nicht dein Gedächtnis kommt ins Internet — dein Handy kommt nach Hause.
Das ist der ganze Trick, und er kostet nichts.
Bisher in ♥ Don's Dairy:
Schritt 1 · Dein persönliches lokales Gedächtnis — Starterpaket
(Seite mit ZIP)
Nachtrag 1 zu Schritt 1 · Ein lokales Denk-Modell (Gemma 3)
Nachtrag 2 zu Schritt 1 · Das Interface — anpassen per Zuruf
Schritt 2 · Erdung — dein Zwilling darf nicht dichten
Schritt 3 · Ethik & Charakter — dem eigenen Modell eine Haltung geben
Schritt 4 · Remote-Zugriff — dein Gedächtnis überall dabei
(dieser Schritt)
Schritt 5 · Pimp my System — ein stärkeres Gehirn fürs Gedächtnis
Schritt 6 · Sprich mit deinem Tagebuch — Spracheinträge von unterwegs
Schritt 7 · Der Datei-Butler — finden und ordnen
Beitrag · Warum mein privates RAG fundierter antwortet als ChatGPT
Referenz · Technische Voraussetzungen — Rechner & Plattenplatz
Referenz · Sicherheit — vier Schichten für dein Gedächtnis
Übersicht:
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