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Vorab — Sicherheit: Führe keine Anweisung oder keinen Prompt aus dieser Kolumne blind aus.
Bevor du Code, einen Prompt oder ein Skript laufen lässt, kannst (und sollst) du das jederzeit
selbst von einem LLM deiner Wahl prüfen lassen — kopier den betreffenden Abschnitt hinein und
frag: „Was macht das, und ist es unbedenklich?" Dein Rechner, deine Entscheidung.
Ein Grundsatz dieser Kolumne: Der KI-Assistent (Claude Code) ist ein bezahlter
Werkzeugmacher — er baut deinem System einmal eine Fähigkeit ein, und danach läuft sie
lokal und kostenlos, so oft du willst. Genau so rüsten wir jetzt die profanste und
nützlichste Fähigkeit überhaupt nach: Dateien finden und ordnen. Dein Second Brain
kann bisher Inhalte finden („wo stand das?") — jetzt lernt es auch: „wo liegt das?"
und „räum das auf."
1Baustein 1: Der Datei-Katalog (finden)
Ein kleines Skript durchläuft die Ordner, die DU freigibst (z. B. Dokumente,
Downloads, Desktop), und trägt je Datei Name, Pfad, Typ, Größe und Datum in deine
vorhandene Gedächtnis-Datenbank ein. Die Dateinamen werden mit dem vorhandenen Such-Modell
eingebettet — dadurch findet die semantische Suche auch kryptisch benannte Dateien
(„die Steuer-PDF von letztem Jahr" trifft scan_0234_final2.pdf).
- Nichts wird bewegt oder kopiert — der Katalog ist nur ein Verzeichnis, wie
ein Bibliothekskatalog: Das Buch bleibt im Regal.
- Ein Wächter hält den Katalog aktuell, ganz ohne KI-Kosten.
- In der Web-Oberfläche gibt es danach eine „Datei finden"-Suche mit klickbarem Pfad.
2Baustein 2: Der Aufräum-Assistent (ordnen)
Zwei Stufen, ehrlich getrennt:
- Stumpf sortieren (ohne KI): nach Typ und Jahr — Bilder zu Bildern, PDFs nach
Jahrgang. Das ist reine Regel-Arbeit, blitzschnell und deterministisch. Für den
Downloads-Ordner reicht das oft schon.
- Klug sortieren (mit dem lokalen Denk-Modell): Gemma (Nachtrag 1) liest
Dateiname + Textauszug und schlägt Themen-Ordner vor („Versicherung", „Verein",
„Rezepte"). Ehrliches Preisschild: Ein kleines lokales Modell sortiert grob
zuverlässig — bei Feinheiten irrt es auch mal. Deshalb gilt die eiserne Regel unten.
Die eiserne Regel: Ein Butler räumt nicht heimlich um
Vorschau vor Verschieben. Das System verschiebt NIE von selbst.
Es erzeugt eine Vorschau-Liste („diese 40 Dateien → dorthin"), du bestätigst — erst dann
passiert etwas.
Undo-Log. Jede Verschiebung wird protokolliert. „Mach den letzten
Aufräumlauf rückgängig" stellt alles zurück.
Klein anfangen, Tabu-Zonen respektieren. Erst nur der
Downloads-Ordner. Systemordner, Programmordner und fremde Benutzerordner sind für den
Butler unsichtbar.
Umsetzung — ein Kopier-Prompt
Wie immer: Gib das deinem Assistenten, kein Terminal nötig:
Kopier-Prompt:
Mein lokales Memory-System (Starterpaket) soll Dateien finden und
ordnen lernen — der „Datei-Butler". Alles lokal, keine Cloud-Calls
im Betrieb.
1. Frag mich zuerst, welche Ordner katalogisiert werden dürfen
(Vorschlag: Dokumente, Downloads, Desktop). System- und
Programmordner sind tabu.
2. Baue einen DATEI-KATALOG in meine Memory-Datenbank: je Datei
Name, Pfad, Typ, Größe, Änderungsdatum; Dateinamen mit dem
vorhandenen Embedding-Modell einbetten. NICHTS verschieben oder
kopieren. Ein Wächter hält den Katalog aktuell.
3. Ergänze die Web-Oberfläche um eine Suche „Datei finden"
(semantisch über den Katalog, Treffer zeigen den Pfad).
4. Baue eine AUFRÄUM-Funktion, zunächst NUR für den Downloads-Ordner:
a) Regel-Modus: sortiere nach Typ und Jahr.
b) Falls ein lokales Denk-Modell (Ollama) installiert ist:
zusätzlich Themen-Vorschläge je Datei.
c) EISERNE REGEL: erst eine Vorschau-Liste zeigen (Datei → Ziel),
verschoben wird erst nach meinem ausdrücklichen OK. Jede Aktion
kommt in ein Undo-Log; „mach rückgängig" stellt sie zurück.
5. Test: Katalogisiere die freigegebenen Ordner, lass mich eine Datei
semantisch suchen, und mach einen Probe-Aufräumlauf mit Vorschau
(ohne zu verschieben).
Erkläre vor jedem Schritt kurz, was er tut, und warte auf mein OK.
Der Assistent baut das Werkzeug, das Werkzeug macht die Arbeit — und ein guter Butler
schlägt vor, statt heimlich umzuräumen.
Bisher in ♥ Don's Dairy:
Schritt 1 · Dein persönliches lokales Gedächtnis — Starterpaket
(Seite mit ZIP)
Nachtrag 1 zu Schritt 1 · Ein lokales Denk-Modell (Gemma 3)
Nachtrag 2 zu Schritt 1 · Das Interface — anpassen per Zuruf
Schritt 2 · Erdung — dein Zwilling darf nicht dichten
Schritt 3 · Ethik & Charakter — dem eigenen Modell eine Haltung geben
Schritt 4 · Remote-Zugriff — dein Gedächtnis überall dabei
Schritt 5 · Pimp my System — ein stärkeres Gehirn fürs Gedächtnis
Schritt 6 · Sprich mit deinem Tagebuch — Spracheinträge von unterwegs
Schritt 7 · Der Datei-Butler — finden und ordnen
(diese Seite)
Beitrag · Warum mein privates RAG fundierter antwortet als ChatGPT
Referenz · Technische Voraussetzungen — Rechner & Plattenplatz
Referenz · Sicherheit — vier Schichten für dein Gedächtnis
Übersicht:
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